Sonnenschutzfolien

Sonnenschutzfolie im Winter: Spart sie Heizkosten oder kostet sie Wärme?

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Das Wichtigste in Kürze

  • HeizkostenNormale Sonnenschutzfolie spart im Winter meist nichts, sie blockt auch Gratiswärme.
  • Low-EEchte Wärmeschutzfolie wirft Heizwärme zurück, gibt es meist nur im Fachhandel.
  • SüdfensterStatische Folie nehmen und im Herbst abziehen.
  • DachfensterDie Folie kann oft dranbleiben, die Wintersonne bringt dort wenig.
  • MontageAußenfolie nur ab etwa 8 Grad und ohne Frost danach kleben.

Spart eine Sonnenschutzfolie im Winter Heizkosten? Meistens nicht. Eine normale silberne Folie blockt auch die tiefe Wintersonne, die dein Zimmer sonst gratis mitheizt, und sie hält die Raumwärme kaum besser im Haus. Anders ist es bei einer echten Wärmeschutzfolie (Low-E), die Heizwärme ins Zimmer zurückwirft. Welche Folie sinnvoll ist, hängt vom Fenster und seiner Himmelsrichtung ab.

Video: Sonnenschutzfolie Fenster im Winter: Spart sie Heizkosten oder kostet sie Wärme?

Sonnenschutzfolie und Wärmeschutzfolie sind zwei Paar Schuhe

Sonnenschutzfolie (silber/verspiegelt) Wärmeschutzfolie (Low-E)
Hauptzweck Sommerhitze draußen halten Heizwärme drinnen halten
Wirkung auf Sonnenwärme blockt stark, auch im Winter blockt etwas, deutlich weniger
Wirkung auf Wärmeverlust kaum, U-Wert bleibt fast gleich spürbar bei Einfach- und altem Doppelglas
Montage innen oder außen immer innen
Erhältlich Baumarkt, Onlinehandel meist Fachhandel

Die normale Sonnenschutzfolie

Laut Datenblatt eines großen Herstellers lässt eine starke silberne Außenfolie auf Doppelglas nur noch etwa 14 statt 70 Prozent der Sonnenenergie durch. Im Sommer ist das genau richtig. Im Winter steht die Sonne aber tief und scheint weit in Südfenster hinein. Diese Gratiswärme fällt mit Folie weitgehend weg. Gleichzeitig ändert eine normale Sonnenschutzfolie am Wärmedurchgang (U-Wert) der Scheibe kaum etwas. Die Heizwärme geht also fast genauso durchs Glas verloren wie vorher.

Die Wärmeschutzfolie (Low-E)

Eine Wärmeschutzfolie, auch Low-E- oder All-Season-Folie genannt, hat eine hauchdünne Metallschicht, die langwellige Wärmestrahlung zurück in den Raum wirft. Laut einem Herstellerdatenblatt sinkt der Wärmeverlust durch altes Doppelglas damit um etwa ein Viertel, bei Einfachglas um bis zu 40 Prozent. Im Sommer hält sie trotzdem einen Teil der Hitze ab, wenn auch weniger als eine Spiegelfolie. Echte Low-E-Folie bekommst du meist nur im Fachhandel oder über Folierbetriebe. Viele günstige „Wärmeschutzfolien" im Onlinehandel sind in Wahrheit normale Spiegelfolien mit Werbeversprechen. Achte im Datenblatt auf eine Angabe zur Emissivität oder zum U-Wert mit Folie.

Welche Folie für welches Fenster?

Das ist der entscheidende Punkt. Eine Berechnung der Scientists for Future zu Fensterfolien kommt zu einem klaren Ergebnis: An einem besonnten Fenster mit Doppelglas ist die Winterbilanz einer Low-E-Folie ausgeglichen oder sogar negativ, weil sie auch Sonnenwärme abhält. Der Nutzen liegt vor allem bei Fenstern, auf die im Winter kaum Sonne fällt.

Fenster Empfehlung für den Winter
Südfenster im Wohnraum keine dauerhafte Silberfolie, die Wintersonne ist dein Heizkörper
Nordfenster, Einfachglas, altes Doppelglas Wärmeschutzfolie oder günstige Isolierfolie
Dachfenster, Westseite mit Sommerhitze Sonnenschutzfolie, gern statisch und im Herbst abziehbar
Neue Dreifach- oder Wärmeschutzverglasung Wärmeschutzfolie bringt kaum etwas

Bei Dachfenstern ist der Winterverlust meist gering. Ich habe die Spiegelfolie auf den zwei Dachfenstern meiner Berliner Dachgeschosswohnung auch im Winter drangelassen und bei den Heizkosten keinen Unterschied bemerkt. Die flache Wintersonne bringt durch die Dachschräge ohnehin wenig Wärme. Bei großen Südfenstern sieht das anders aus: Dort lohnt sich eine statische Folie ohne Kleber, die du im Herbst abziehst und im Frühjahr wieder anbringst. Roll sie nach dem Abziehen mit der Haftseite nach außen auf ein Papprohr und lager sie trocken, dann liegt sie im nächsten Jahr wieder glatt an. Beschrifte jede Rolle mit dem Fenster, für das sie zugeschnitten ist.

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Klebstofffreie Spiegelfolie, die nur mit Wasser haftet. Im Herbst abziehen, aufrollen und im nächsten Sommer wieder anbringen.

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Innen oder außen?

Gegen Sommerhitze wirkt eine Außenfolie besser, weil die Wärme nicht erst ins Glas kommt. Eine Außenfolie klebst du aber nicht im Winter. Ein großer Hersteller nennt für die Verarbeitung mindestens etwa 8 Grad und keinen Frost in den folgenden rund zwei Wochen. Plane die Montage also für Frühjahr oder Frühsommer, Details dazu unter Sonnenschutzfolie außen anbringen.

Eine Wärmeschutzfolie gehört dagegen immer nach innen. Ihre Beschichtung muss zum Raum zeigen, um die Heizwärme zurückzuwerfen.

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Achtung: Glasbruch bei Isolierglas

Eine Folie innen auf Isolierglas lässt die Scheibe stärker aufheizen. Laut Bundesverband Flachglas steigt damit das Risiko für thermische Spannungsrisse, außerdem wird der Randverbund stärker belastet. Das gilt für Sonnenschutzfolien genauso wie für Wärmeschutzfolien, im Winter etwa dann, wenn die Sonne auf eine Scheibe trifft, deren Rand noch kalt ist. Manche Folienhersteller verlangen bei Wärmeschutzglas vorher eine Glasprüfung, andere schließen Glasbruch von der Garantie aus. Prüf deshalb die Freigabe für deinen Glastyp, bevor du klebst. Mehr dazu unter Sonnenschutzfolien innen oder außen anbringen.

Die häufigsten Fehler

  • Silberfolie dauerhaft aufs Südfenster kleben und dann im Winter auf die Gratiswärme verzichten.
  • Dunkle, stark absorbierende Folie innen auf Isolierglas ohne Freigabe des Herstellers.
  • Wärmeschutzfolie auf neue Dreifachfenster kleben, wo sie kaum etwas bringt.
  • Billige Spiegelfolie als Wärmeschutzfolie kaufen, weil „Wärmeschutz" auf der Packung steht.
  • Außenfolie im Herbst kleben, wenn Frost droht.

Häufige Fragen

Soll ich Sonnenschutzfolie im Winter abmachen?

Bei großen Südfenstern lohnt es sich, wenn du die Folie leicht abnehmen kannst, also bei statischer Folie. Bei Dachfenstern und Westfenstern bringt die Wintersonne meist wenig Wärme, dort kann die Folie bleiben. Selbstklebende Folie nur für den Winter zu entfernen ist den Aufwand selten wert.

Spart Sonnenschutzfolie Heizkosten?

Eine normale Sonnenschutzfolie spart im Winter in der Regel keine Heizkosten, weil sie den Wärmeverlust kaum senkt und die Sonnenwärme blockt. Heizkosten spart, wenn überhaupt, eine echte Low-E-Wärmeschutzfolie an alten Fenstern ohne viel Sonne.

Was ist der Unterschied zwischen Sonnenschutzfolie und Wärmeschutzfolie?

Sonnenschutzfolie hält Sonnenstrahlung draußen und wirkt vor allem im Sommer. Wärmeschutzfolie hat eine Low-E-Beschichtung, die Heizwärme zurück in den Raum spiegelt, und wirkt vor allem im Winter. Manche Produkte kombinieren beides, sind aber teurer und meist nur im Fachhandel erhältlich.

Kann ich im Winter eine Sonnenschutzfolie anbringen?

Innen ja, solange der Raum warm ist und das Glas trocken. Außen nicht: Hersteller nennen eine Mindesttemperatur um 8 Grad und keinen Frost in den folgenden Wochen.

Fazit

Eine normale Sonnenschutzfolie ist ein Sommerprodukt. Im Winter spart sie kein Geld, an Südfenstern kostet sie dich sogar Gratiswärme. Wer Hitzeschutz und Winter unter einen Hut bringen will, nimmt am Südfenster eine abziehbare statische Folie und bei kalten Nordfenstern oder alten Scheiben eine Wärmeschutz- oder Isolierfolie. Und vor jeder Folie auf Isolierglas gilt: erst die Freigabe für dein Glas prüfen.

Über den Autor

Max schreibt bei zu heiß! über Hitzeschutz, Fensterfolien und sparsames Heizen und erklärt die Themen auch in kurzen Videos auf YouTube. Folien, Plissees und Ventilatoren hat er in der eigenen Dachgeschosswohnung ausprobiert.